Traditionelle Ordinationszeremonien in Thailand

Posted on: März 14th, 2012 by admin No Comments

Die buddhistische Ordinationszeremonie Poi Sang Long, die jedes Jahr in der nordthailändischen Provinz Mae Hong Son stattfindet, gehört zu den eindrucksvollsten kulturellen Veranstaltungen des Landes. Die Jungen im Alter von sieben bis 14 Jahren werden als Novizen geweiht, um mit dem Studium von Buddhas Lehre zu beginnnen. Die farbenfrohe Zeremonie erstreckt sich über volle vier Tage und beginnt mit dem Zurechtmachen der zukünftigen Novizen: Sie werden kahl rasiert und gebadet, bevor ihnen die typische bunte Kleidung angelegt wird. Danach werden die Jungen voller Stolz auf den Schultern ihrer Eltern in einer feierlichen Prozession durch die Stadt getragen. Am zweiten Tag besuchen Verwandte und Bekannte die kleinen Novizen, um ihnen Glückwünsche und Geschenke zu überbringen. Am dritten Tag findet eine farbenprächtige Prozession mit Festwagen, traditionellen Tänzen und Opfergaben für die Mönche statt. Am vierten Tag erfolgt dann schließlich die eigentliche Ordination der Jungen in den Tempeln Wat Chong Kham und Wat Chong Klang. Diese eindrucksvolle Zeremonie zählt zu den Höhepunkten in Mae Hong Son und wird im März/April Besucher aus aller Welt anlocken.

Auch in der nördlichen Provinz Sukhothai findet im April tradionell die Ordinationszeremonie für junge Mönche statt. Im Dorf Hat Siao des Bezirks Si Satchanalai wird dies mit einem besonderen Fest gefeiert:  In einer prachtvollen Prozession ziehen die jungen Novizen in bunten  Kostümen auf dem Rücken von Elefanten durch das Dorf. Wie bei solchen Zeremonien üblich werden die angehenden Mönche zunächst kahl rasiert und für das festliche Ereignis passend angezogen. In Si Satchanalai müssen ebenfalls die Elefanten zurecht gemacht werden: Mit bunten Farben bemalt und würdevoll geschmückt werden die sanftmütigen Dickhäuter neben den Novizen zur Hauptattraktion der Parade, die zum Wat Hat Siao führt, wo die eigentliche Ordninationszeremonie stattfindet. Das Volk der Tai Puan, einer ethnischen Minderheit in Thailand und Laos, feiert diese besondere Ordinationszeremonie bereits seit mehr als 150 Jahren auf diese traditionelle Weise.

Der Bezirk Si Satchanalai, rund 50 Kilometer östlich der Hauptstadt Sukhothai am Ufer des Yom Flusses gelegen, ist vor allem für den gleichnamig historischen Park bekannt, der zusammen mit dem historischen Park von Sukhothai zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. In Si Satchanalai befand sich in der Sukhothai-Periode die Schwesterstadt Sukhothais und der frühere Sitz des Vizekönigs. Zu den Überresten, die dort zu sehen sind, gehören die Tempel Wat Chang LomWat Chedi Chet Theo mit verschiedenen Typen von Chedis aus der Sukhothai-Zeit, Wat Nang Phaya, der “Tempel der Königin” und Wat Phra Si Rattana Mahathat mit einem Laterit-Chedi auf einer Grundfläche von 22 mal 22 Metern. Im Gegensatz zum Geschichtspark Sukhothai kennen nur wenige Besucher diese herrliche Überbleibsel der thailändischen Geschichte.

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