„Reisen in Burma“ von Alice Schwarzer und Bettina Flitner

Posted on: Oktober 6th, 2012 by admin No Comments

Der Titel des Buches rückt das Wichtigste in den Fokus. Man „kann“ nach und in Burma reisen und sollte es auch machen. Nach den Jahren der Abgeschlossenheit des Landes von dem Rest der Welt, öffnet sich Myanmar, wie das Land auch genannt wird, immer mehr den ausländischen Besuchern.  Die beiden Autoren haben ein Buch über ihre Reisen in Burma herausgegeben, basierend auf ihren Besuchen der letzen 12 Jahren.

Bedingt durch die Zwangsisolation findet man in weiten Teilen Burmas noch diese Ursprünglichkeit Südostasiens wie nur noch in ganz wenigen Teilen des Kontinents. Das Land bietet dem Besucher mehr als man vermeintlich annimmt. Wie mir eine Mitarbeiterin des Thailändischen Fremdenverkehrsamt mal sagte, „wenn Burma sich mit seinen tollen Stränden dem Westen öffnet, werden wir (Thailand) es sehr stark merken. Das Land ist einfach wunderschön.“

Das im Dumont Verlag erschiene Buch ist eine Koproduktion der Fotografin Bettina Flitner und der Autorin Alice Schwarzer. Sie haben ihre Reiseeindrücke, und vor allem auch die dortige Entwicklung, des letzen  Jahrzehnts in einem schönen Buch verarbeitet.

Mönch in der Schwedagon Pagode,
Rangun, 1/2012
© Bettina Flitner

Der erste Eindruck ist sehr ansprechend. Ich „lese“ ein Buch nicht nur mit den Augen, sondern auch mit den Händen. Der Band liegt sehr gut in der Hand, ist nicht zu groß oder zu klein und man kann die Seiten gut umblättern. Haptisch ist alles bestens. Gerade bei fotolastigen Reiselektüren ist das für mich eine Kaufentscheidung. Das Titelbild ist mit einem Bild eines Tänzers in der Rolle als Prinz sehr gelungen. Das Buch „Reisen in Burma“ ist ein Blickfang und hat einen prominenten Platz im Regal verdient.

Die sechs Textpassagen zwischen den Bilderserien sind knapp gehalten, schweifen dafür aber nicht ins Unwichtige ab. Einmal werden die poltischen Ereignisse der letzen Jahre kurz umrissen und Begegnungen und Erfahrungen in den touristischen Hotspots wie z.B. der Inle See oder Mandalay beschrieben. Der Leser findet schnell und angenehm den Einstieg in das (noch) unbekannte Land.

Tänzer in der Rolle als Prinz, Inle See,
Burma/Myanmar, 2006
© Bettina Flitner

Die ausgewählten Bilder sind nicht typisch für einen klassischen Bildband. Statt „designten“ Kunstwerken der Fotografie, kommen hier Momentaufnahmen und Eindrücke die Stimmungen einfangen zur Geltung. Fast immer gelingt die Komposition. Ein, zwei Bilder mehr die die schöne Landschaft zeigen würden, hätten mich persönlich nicht gestört. Das Buch legt den Schwerpunkt aber auf die Menschen Myanmars.

Man findet vermeintlich bekannte Motive wie in anderen asiatischen Ländern, aber sie haben ihre eigene, burmesische, Note. Das Land wirkt im Buch ruhig und entschleunigt. Es ist aber anzunehmen, dass diese, in unseren Augen positive Grundstimmung, bald der  Vergangenheit angehört.

 

Wartende an der Fährstelle, Ayerwaddy
Delta, Myanmar/Burma, Januar, 2012
© Bettina Flitner

Mir persönlich hat noch die Fotoübersicht am Ende des Buches sehr gut gefallen. Hier sind alle Infos der Bilder aufbereitet.

Dem Buch gebe ich eine klare Kaufempfehlung.  Es ist eine Einladung nach Burma.

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