„Kung-fu fighting“ und buddhistische Mission

Posted on: November 12th, 2012 by admin No Comments

Die meisten Menschen haben, wenn vom Shaolin Kloster die Rede ist, als erstes wohl Bilder von „Kung-fu fighting“ im Kopf, die ihnen aus zahlreichen Fernsehserien und Filmen bekannt sind. Irgendwann werden dann auch Assoziationen zu asketischen und in abgeschiedener Stille meditierenden Mönchen auftreten. Die wenigsten aber werden das Shaolin Kloster mit dem Chan-Buddhismus in Verbindung bringen, der in Europa in seiner japanischen Ausbildung als Zen-Buddhismus bekannt ist.

Dem Rechnung tragend, wurde in Wien am 01. September 2010 durch Shi Yongxin, Abt des Shaolin Klosters in Songshan, Henan, China, die „Shaolin Europe Association e.V. (SEA)“ gegründet. Diese versteht sich als Dachorganisation zur Verbreitung und Förderung „authentischer Shaolin Kultur“ in Europa. Die Dachorganisation hat ihren Hauptsitz in Berlin. Das weltberühmte Shaolin Kloster in Songshan wird allgemein als der Ursprungsort des Chan-Buddhismus und des Shaolin Kung Fu angesehen. Unter Ausnutzung der Popularität des Kung-fu will der Abt die sittlich-moralischen und religiösen Werte des Klosters in Europa verbreiten.

In der „Shaolin Europe Association e.V.“ (SEA) sind neben dem Shaolin Kloster in Songshan Organisationen aus Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Dänemark,  Großbritannien, Italien und Griechenland vertreten. Der Shaolin Muttertempel in Songshan hat nur die in der „Shaolin Europe Association e.V.“ (SEA) vertretenen Organisationen zur Weitergabe der „Shaolin Kultur“ autorisiert. Der „Shaolin Tempel Deutschland“, der im Jahr 2001, im Auftrag des Abtes Shi Yongxin gegruendet wurde, ist der erste direkte Ableger des Songshan Shaolin Klosters außerhalb Chinas. Weltweit nennen sich zwar auch andere Einrichtungen „Shaolin Tempel“, aber der „Shaolin Tempel Deutschland“ ist der einzige, der von einem voll ordinierten Mönch geleitet wird.

Zu den erklärten Zielen der „Shaolin Europe Association e.V.“ gehören die Verbreitung der Praxis, Kultur und Philosophie des im Shaolin Klosters gepflegten Chan-Buddhismus. Dabei wird die Shaolin Kampfkunst als eine wichtige Methode betrachtet, da man annimmt, daß sie hilft, die geistigen Fähigkeiten „über den Weg des Körpers“ zu kultivieren. Die Shaolin Kampfkunst wird als eine Verteidigungskunst angesehen und sei nicht dazu gedacht als unüberwindliche Angriffsmethode zu dienen. (Mehr zur Geschichte des Kung fu kann man hier erfahren.)

Man geht davon aus, dass auf diese Weise die Gesundheit der Menschheit und der Frieden in der Welt gefördert werden. So sind es vor allem die Kampfkünste Shaolin Kung Fu, Taijiquan, sowie Qigong, die neben  chan-buddhistischen Denk- und Lebensweise, traditioneller chinesischer Medizin und Kalligraphie vermittelt werden. Daher nimmt es nicht Wunder, dass der Schwerpunkt des ersten Shaolin Kulturfestivals in Europa, das vom 7. – 11. September2012 inBerlin und vom 11. – 14. September2012 inWien statt fand, die Shaolin Kung Fu Wettkämpfe am 8. September in Berlin waren. Ueber 350 Teilnehmer aus fünfzehn Nationen nahmen an den Wettkämpfen teil, die in zahlreichen Disziplin durchgeführt, einen ganzen Tag lang dauerten. Alle Beteiligten sahen das Shaolin Kulturfestival als vollen Erfolg an. Das zweite Festival in Europa wird im Jahr2014 inLondon stattfinden.

Ob dort die buddhistische Lehre mehr ins Zentrum der Öffentlichkeit gerückt wird, bleibt abzuwarten. Auf alle Fälle werden aber die Liebhaber des Kampfsportes wieder auf ihre Kosten kommen. Wenn jemand mehr über das Shaolin Kloster in China oder die komplexe Kultur des Chan-Buddhismus, sowie die Kampfkünste wissen möchte, oder auch das Shaolin Kloster in Songshan, Henan, China besuchen will, kann er sich direkt an www.china-entdecken.com wenden. Dort steht man gern mit Rat und Tat zur Verfügung.

 

Titelbild:  © China-entdecken.com

 

Leave a Reply