Guangzhou TV & Sightseeing Tower – der Erlebnisturm

Posted on: Januar 24th, 2013 by admin No Comments

Der Fernsehturm in Guangzhou, der auch als „Canton Tower“ bekannt ist, ist nicht einfach nur ein Fernsehturm, er ist mehr.

Der Fernsehturm ist ein – Erlebnisturm.

 

Der 600 m hohe „Canton Tower“ war für kurze Zeit der höchste Fernsehturm der Welt, wurde aber bald durch den 634 m hohen Fernsehturm „Tokyo Sky Tree“ in Tokio überragt.
Mit voll ausgefahrenener Antenne hätte der „Canton Tower“ eine Höhe von 610 m gehabt und wäre damit das aktuell dritthöchste Gebäude der Welt geworden. Allerdings darf aus Gründen der Flugsicherheit im Raum Guangzhou der Fernsehturm nicht höher als 600 m sein. Somit ist der „Canton Tower“ zur Zeit leider „nur“ das vierthöchste Gebäude der Welt
Aber auch das wird der Fernsehturm sicher nicht lange bleiben. So ist das nun mal mit Rekorden.

Deshalb mußten sich die Architekten etwas einfallen lassen, um die Attraktivität des Turmes nicht nur von seiner Höhe abhängig zu machen und um die internationale Ausschreibung für den besten Entwurf eines neuen Fernsehturms in Guangzhou zu gewinnen.

Die Amsterdamer Architektenfirma „Information Based Architecture (IBA)” machte in Zusammenarbeit mit „Ove Arup & Partners Hong Kong Ltd“ im Jahr 2004 das Rennen.

Canton Tower

Mark Hemel, Architect und Direktor von „Information Based Architecture (IBA)” sagte, daß er die meisten Wolkenkratzer für eher „männlich“ halte – „stark, direkt, rechteckig und mit sich wiederholenden Formen“. Deshalb wolle das Unternehmen einen „weiblichen“ Turm schaffen, einen Turm der „complex sei, transparent, kurvig, graziös und sexy“. Einen Turm mit einer „vielfältigen und menschlichen Erscheinung“, der Guangzhou als eine „dynamische und anregende Stadt repräsentiere“.

Ob es nun dieser Werbegag war oder doch eher die Besonderheiten der Entwürfe, die die Jury überzeugten, ist nicht überliefert.

Um das in der Werbung genannte transparente und kurvige Erscheinungsbild des „Canton Tower“zu erreichen, machten die Architekten Folgendes. Wenn man ein Gitter aus sich kreuzenden Stäben im Kreis aufstellt und verdrillt, kommt es zu einer taillenartigen Einschnürung des Gitters und zur Ausbildung eines von dem Gitter umschlossenen hyperboloiden Körpers.
Damit erreichten die Architekten die genannte „Transparenz“ und die „feingliedrige“, „hochgewachsene“, und „weibliche“ Figur des „Canton Towers“.
Was dem Projekt bald bei allen Beteiligten den Spitznamen „Supermodell“ einbrachte.

Der „Canton Tower“ sollte außerdem „unsymmetrisch sein, damit das Gebäude lebendig aussehe und wie in Bewegung“. Zu diesem Zweck wurde das Gitter nicht im Kreis aufgestellt, sondern in Ellipsenform. Während die „Standfläche“ des Gitters horizontal ist, ist die obere Fläche des Hyperboloids geneigt.

Das aus einzelnen vorgefertigten Stahlröhren zusammengeschweißte und im unteren Bereich mit Beton gefüllte Gitter, ist das Außenskelett des zylinderförmigen inneren Turms, an dem in fünf Bereichen insgesamt 37 Etagen überirdisch und 2 Etagen unterirdisch mit den entsprechenden Einrichtungen angebracht sind.

Die einzelnen Etagen enthalten neben technischen Einrichtungen, Ausstellungsflächen, Konferenzräume, 4-D-Kinos, zahlreiche Restaurants – darunter zwei Drehrestaurants, Bars und Cafes sowie Aussichtsbereiche mit zum Teil gläsernen Böden.

Um dem Anspruch als „Erlebnisturm“ noch gerechter zu werden, gibt es weitere „highlights“.

Eines davon ist der sogenannte „Skywalk“. Der „Skywalk“ befindet sich zwischen 170 m und 350 m über Grund im Bereich der Taille und ist als offene, gesicherte Treppe an der Außenseite des inneren Turms angebracht. Dadurch haben die Besucher die Möglichkeit, die Struktur des Turmes aus nächster Nähe zu betrachten.

Ein weiteres „highlight“ ist das „open air observation deck“ in einer Höhe von 460 m. Das „open air observation deck“ ist eine offene, aber gesicherte Aussichtsplattform.

Sie wird von dem nächsten „highlight“, der sogenannten „bubble tram“, umrundet. Die „bubble tram“ besteht aus 16 kugelförmigen Kabinen, die auf dem oberen, geneigten Rand des Außenskeletts entlang fahren und aus denen man einen weiteren sehr speziellen Blick auf Guangzhou hat.

Man könnte noch über weitere, zahlreiche Besonderheiten berichten. Bei Interesse kann man sich an „china-entdecken.com wenden, mit der Bitte um ausführlichere Auskunft.

Zu erreichen ist der „Canton Tower“ auf mehreren Wegen.
Mittels U-Bahn, Bus und Auto. Alle diese Verkehrsmittel erreichen den “Canton Tower” im Untergrund. Ebenso ein Fußgängerweg vom Nordufer des Perlflusses.
Mit dem Taxi oder als Fußgänger erreicht man den Fernsehturm auf normalen Straßenniveau.

© [Skye] / Fotolia.com

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