Guangzhou “Redtory Art & Design Factory”

Posted on: Januar 30th, 2013 by admin No Comments

Kreativindustrie ersetzt traditionelle Industrie

Vor Kurzem berichtete DAS ASIEN PORTAL und “China-entdecken.com” vom Künstlerbezirk „M 50“ in Shanghai.
Heute folgt ein Bericht über „Redtory“ die „ Art & Design Factory“ in Guangzhou.

Guangzhou, das sich aufgemacht hat, eine Weltstadt zu werden, hat sich, wie diese, auch ein Künstler- und Designerviertel zugelegt, mit der Absicht das traditionelle Bild einer Industriestadt abzuschütteln.

Es wiederholt sich das bekannte Muster – Industriebrache wird Künstlerkolonie.

Aber im Gegensatz zu Beijing mit seiner „798 Art Zone“ oder Shanghai mit seinem „M 50“ wurde die Guangzhouer „Redtory Art & Design Factory “ planmäßig von einem Investor angelegt.
Eine alte Konservenfabrik mit interessanter Geschichte wurde von einem chinesisch-kanadischen Bau- und Designunternehmen aufgekauft und die „Redtory Art & Design Factory “ gezielt als Unternehmen aufgebaut.

Guangzhou Redtory

Alice Wong ihres Zeichens “chief manager”, “art director” und “chief curator” und ihre Kollegen haben eine handverlesene, sorgfältige Auswahl aus örtlichen, regionalen und ausländischen Künstlern, Designern und Kleinunternehmern getroffen, denen die Möglichkeit gegeben wird, hier zu arbeiten. Das Unternehmen soll zur Zeit zu mehr als 100 Künstlern, Designunternehmen, Galeristen, Cafes, Restaurants und allem was man unter dem Dach einer „ Art & Design Factory “ unterbringen kann wirtschaftliche Beziehungen unterhalten. All diese Unternehmen sollen außerdem zusammen mehr als 2000 Menschen beschäftigen.
Die „Redtory Art & Design Factory “ rühmt sich, das erste „creative cluster“ zu sein, daß nicht von einem staatlichen Verwalter einer ehemaligen Industrieimmobilie abhängig sei.

Aber zurück zu den Ursprüngen.
Der Standort der „Redtory Art & Design Factory“ befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Konservenfabrik am Nordufer des Perlflusses. Diese wurde hier 1893 gegründet. Im Zuge der Umgestaltung der Wirtschaft in der jungen Volksrepublik China entstand dann mit sowjetischer Hilfe an dieser Stelle eine, der zur damaligen Zeit größten Konservenfabriken Asiens. In der neuen Konservenfabrik wurde weiterhin die berühmte Konserve aus gebratenem Häsling mit schwarzen fermentierten Bohnen hergestellt, die in ganz Südostasien bekannt ist.
Ein weiteres halbes Jahrhundert später sind die hiesigen Anlagen wieder nicht mehr den gestiegenen Ansprüchen an eine moderne Produktion gewachsen und bedurften einer erneuten dringenden Rekonstruktion.
Da sich die Fischkonservenfabrik aber auch unweit des entstehenden „Central Business District“ [CBD] im Bezirk Tianhe mit all seinen glitzernden Wolkenkratzern befand, mußte der alte Standort aufgegeben und die Fabrik weiter außerhalb neu errichtet werden.

Wie bereits erwähnt, wurde das Gelände von den Eignern der „Redtory Art & Design Factory“ erworben.
Die vorwiegend aus roten Ziegeln errichteten Gebäude der ehemaligen Fabrik waren dann auch für die Namensfindung des neuen Unternehmens ausschlaggebend.
Der chinesische Name „hong zhuan chang“ der „Redtory Art & Design Factory“bedeutet soviel wie „rote spezielle Fabrik“. Das „rot“, eine Farbe, die traditionell in China sehr beliebt ist, bezieht sich nicht auf irgend einen politisch-ideologischen Hintergrund, sondern auf die rote Farbe der Ziegel. Der Name „hong zhuan chang“ in englisch lautet dann etwa „red special factory“. Nach typischer chinesischer Abkürzungsmethode wurde daraus dann „Redtory“.

Die Guangzhouer “Redtory Art & Design Factory” versteht sich als Förderer einer breiten „Kulturindustrie“ und als „Central Art District“ [CAD] in Guangzhous „Central Business District“ [CBD].
Inzwischen hat das Unternehmen auch einen Ableger in Beijings „798 Art Zone“.

Auf dem Gelände der “Redtory Art & Design Factory” findet man neben den Werkstätten der Künstler, Galerien, etliche Designunternehmen und Unternehmen der sogenannten „neuen Medien“.
Natürlich gibt es auch stylische Cafes und schicke Restaurants.
Ja selbst ein internationaler Duty-Free-Shop ist vorhanden, der Lebensmittel, Waren des täglichen Bedarfs aber auch Kosmetika und anderes anbietet.

Ein großer Teil des etwa 17 ha umfassenden Geländes ist mit seinen vielen alten Bäumen recht parkähnlich.
All das macht die “Redtory Art & Design Factory” zu einem „angesagten“ Treffpunkt.

 

© china-entdecken.com

© Redtory Guangzhou

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